Wie behandelt man etwas, was gar nicht existiert?
- Die Halitophobie ist eine besonders komplexe Erkrankung. Ausserdem empfinden die Patienten jeden diagnostischen Gegenbeweis gegen ihren eingebildeten Mundgeruch als persönlichen Affront und als Zeichen dafür, nicht ernst genommen zu werden. Sie werden dann wahrscheinlich an den Fähigkeiten des Arztes oder an der Eignung des Messinstruments zweifeln und bei jemand anderem Rat suchen, den sie für eine Kapazität auf diesem Gebiet halten.
Eine vertrauensvolle Beziehung zur behandelnden Person ist die Basis für eine erfolgreiche Therapie. Der Schlüssel zum Erfolg besteht darin, den Patienten ernst zu nehmen.
- Eine Therapie der Halitophobie kann nur durch einen erfahrenen Psychotherapeuten oder Psychologen erfolgen. Da die Erkrankung ein Teil der subjektiven Realität des Patienten ist, muss der Therapeut dem Patienten in diese subjektive Realität folgen. Sobald der Patient sich in seiner Realität ernst genommen fühlt, besteht die Möglichkeit, dass er dem Therapeuten in die objektive Realität folgt. Die erste Schwierigkeit besteht darin, Patienten, die unter Halitophobie leiden, davon zu überzeugen, dass sie psychiatrische/psychologische Unterstützung suchen sollten. Yaegaki und Coil (1999) haben einen Katalog von Verhaltensregeln aufgestellt, die beim Umgang mit Halitophobie-Patienten helfen sollen.
Es erfordert viel Taktgefühl und Respekt vor dem Problem des Patienten, ihn darauf hinzuweisen, dass er psychologische Hilfe benötigt.
Sie geben darin folgende Empfehlungen:
- Sich auf keine Diskussionen bezüglich des Vorhandenseins oder Nichtvorhandenseins des Mundgeruchs der Patienten einzulassen. Mit Versuchen, die Patienten davon zu überzeugen, dass ihr Mundgeruch nicht existiert, treibt man sie nur von sich fort, weil sie dann das Gefühl haben, nicht ernst genommen zu werden.
- Abzuklären, ob die Patienten übermässig auf die Reaktionen ihrer Mitmenschen achten und dazu neigen, bestimmte Reaktionen anderer Personen auf ihren unangenehmen Geruch zurückzuführen.
- Ihnen wiederholt zu erklären, dass bestimmte Gesten ihrer Mitmenschen, z.B. das Abdecken der Nase, kein Zeichen dafür sind, dass sie einen schlechten Geruch wahrnehmen.
- Den Patienten bei der Optimierung ihrer Mundhygiene zu helfen. Das ist die einzige Möglichkeit, mit ihnen in Kontakt zu bleiben.
- Die Patienten immer wieder daran zu erinnern, dass sie den Geruch ihrers Atems nicht an den Gesten oder Reaktionen ihrer Mitmenschen ablesen können.
Dabei hilft ein Katalog von Empfehlungen.


