Halitophobie

  • Halitophobie-Patienten sind sich absolut sicher, unter Mundgeruch zu leiden. Keine instrumentelle oder subjektive Detektionsmethode kann sie vom Gegenteil überzeugen.

Stark beeinträchtigtes Sozialleben

  • Viele Menschen, die unter Halitophobie leiden, leben in extremer Isolation.
  • Da sie es nicht vermeiden können, die nur in ihrer Wahrnehmung existierende übelriechende Luft auszuatmen, schränken viele Betroffene ihre  sozialen Kontakte extrem ein. Darunter leiden ihr Berufsleben und ihre Karriere. Manche Patienten haben auch Angst, physische Beziehungen einzugehen.
  • Je länger diese Erkrankung ignoriert wird, umso mehr kann sie mit der Zeit ausser Kontrolle geraten: Patienten mit Halitophobie haben ein doppelt so hohes Risiko, dass ihr Sozialleben darunter leidet wie Patienten mit echter Halitosis. Dieses Risiko erklärt auch die erhöhte Selbstmordneigung bei Patienten mit persistierender Halitophobie (Nagel et al. 2006).

Die Halitophobie lässt sich am besten als Zwangsstörung beschreiben, die nicht von einem Zahnarzt oder Arzt behandelt werden kann.


Halitophobie als psychische Störung

  • Die Erkrankung wird im Kontext eines olfaktorischen Referenzsyndroms (ORS) diskutiert; dieses wird als psychiatrische Erkrankung definiert, bei der die Betroffenen sich ständig Sorgen wegen ihres Körpergeruchs machen, begleitet von Scham, Verlegenheit, ausgeprägtem Stress, Vermeidungsverhalten und sozialer Isolation.
  • Trotz der relativ hohen Inzidenz (zwischen 5 und 27% aller Patienten mit Mundgeruchproblemen) gibt es nur wenige wissenschaftliche Daten zur Halitophobie, da diese Erkrankung selbst unter Fachärzten relativ unbekannt ist.
  • Da Halitophobie-Patienten sich nicht davon überzeugen lassen, dass ihre Erkrankung psychogener Natur ist, konsultieren sie eher Zahnärzte als Psychologen. Die überzeugendste Klassifikation der Halitophobie besteht darin, sie als Zwangsstörung zu behandeln.